Vierstimmig – Exemplarische Wege zur Zeichnung

Ausstellung, Zeichung

Vierstimmig – Exemplarische Wege zur Zeichnung

Wandzeichnung von Renata Jaworska

Wandzeichnung von Renata Jaworska

„Vierstimmig“ ist der Titel einer neuen Ausstellungsreihe, die der Arbeitskreis Kunst der Kulturgemeinschaft Kressbronn in der Lände realisiert. Jeweils vier Künstler, die ein Genre oder eine Technik teilen und sich ganz verschiedenartig darin ausdrücken, sollen dabei gemeinsam gezeigt werden….“

Wege zur Zeichnung

Wandzeichnung von Renata Jaworska

©Marcus Schwier

Wandzeichnung von Renata Jaworska

Artikel / Südkurier: „Alle sind hier erwünscht“, steht im Treppenaufgang an die Wand geschrieben – aber im eisigem Silber säbelrasselnder Stahlgewitter und in jener Schriftype, mit der im Dritten Reich Schilder mit der Aufschrift „Juden sind hier unerwünscht“ gepinselt wurden. Spottet also die martialische Schrift der freundlichen Botschaft, oder „entschuldet“ umgekehrt die Botschaft die diskreditierte Schrifttype? Wellenlinien und eine Muschel deuten darauf hin, dass die ehrlich oder zynisch willkommen Geheißenen nicht Juden sind, sondern übers Meer gekommene Flüchtlinge. Die Menschenmassen bleiben hier unsichtbar – auf einer riesigen Zeichnung Jaworskas im Format eines gerollten Banners sind sie hingegen sichtbar: Unzählige anonyme Menschen, die hinter einer Vergitterung aus grau-schwarzer Sprühfarbe stehen.
©Marcus Schwier

Ausstellungsansicht

Ausstellung von Renata Jaworska

Ausstellungsansicht

Bei Farbe aus der Spraydose denkt man an verbotene Parolen und an Protest, angesichts des Banner-Formats des Blattes an eine Demonstration. Wofür oder wogegen richtet sie sich –und sind diese Menschen nun Demonstranten? Nur eines stellt die Künstlerin klar: Sie entfernen sich vom Betrachter. Ihr Exodus führt über die Hügel ins Irgendwo. Zeigen weitere Zeichnungen Jaworskas eine zerfallene Weltordnung? Wie zerschnittene und neu verklebte Längen- und Breitengrade wirken die netzartigen Linien mit ihren graphitgrauen Abschnitten, die zerteilte Landmassen sein könnten. Oder bildet man sich das alles nur ein? Weitere Zeichnungen sind nur noch ein Hagel von Gestrichel. Die Landschaft oder die Figur, zu der sie sich ordnen mögen, befinden sich wie bei einem Rorschachtest nur im Auge des Betrachters. Eine Antwort, die außerhalb seiner eigenen Ahnung läge, bekommt er nicht. So gehen Renata Jaworskas Zeichnungen in die Zone des Resonanzlosen. Eine Zone, die dem Statement, als das man ihre Wandschrift leicht fehlinterpretieren könnte, entgegengesetzt ist….“

Zeichnungen Renata Jaworska

Ausstellungsansicht mit Zeichnungen von Renata Jaworska

Renata Jaworska

Renata Jaworska, Zeichnungen 500x100cm Photo©Marcus Schwier

„VIERSTIMMIG  – Wege zur Zeichnung“
am Freitag, 23. Oktober 2015, 19Uhr  
Künstlergespräch: Gudrun Teumer-Schwaderer im Gespräch mit Karin Brosa, Renata Jaworska, Herbert Moser, Martin Oswald

Ausstellung: 23. Oktober bis 22. November 2015
Öffnungszeiten:Dienstag bis Sonntag von 15:00 – 17:00Uhr

Führungen: Sonntag, 8. und Sonntag, 22. November 2015 jeweils um 16Uhr

Galerie in der LändeSeestrasse 24D-88079 Kressbronn

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RENATA JAWORSKA for the__line_drawing_project

Allgemein
the_line_drawing_projects Profilbild

©Renata Jaworska for the_line_drawing_project

r_jaworska

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  • Renata says about her work:
    ‘In my work a map, as a flat, abstract and typically graphic record of a three-dimensional space, fulfills a threefold role: the center of expression, the pattern of composition – and the starting point for my artistic commentary. It serves as a place and as a guide.
    .
    The basis of the complex tissue of my images is a composition of several layers, each of which is painted differently and each having a different meaning. The first one is the background party – in many cases the most painterly and ‚moody‘. Sometimes of a neutral background, often softly toned with delicate colors, sometimes adopting the form of a delicate patchwork structure, subtly painted with whitewashed colors. A synthetically copied plan of a specific city or map of the actual place complements the background. The second layer consists of diligently plotted numerous straight lines, crossing at various angles, colorful and black lines, whose layouts and densities additionally reinforce the impression of geometric spatiality. They often create a structure or a context for the last layer – the most personal one, saturated with emotions encoded in intense colors and strong, expressive brush strokes. It has the form of loose, soft systems, free, painterly colored bands which bind together all elements of the composition.’
This is the work ‘‪01/08 maps and territories‬’ by Renata Jaworska. @r_jaworska
RENATA JAWORSKA
Medium: pencil on paper
Size: 21 x 29,7 cm
Year: 2018
Live/work: Duesseldorf and Lake Constance, Germany

Neuvorstellung Katalog Renata Jaworska

Publikation, Zeichung

NEUVORSTELLUNG – In dem neuen Katalog von Renata Jaworska, der im Januar 2015 im Grupello Verlag erscheint, sind viele der Arbeiten zu sehen, die in der Ausstellung im Museum Engen ausgestellt waren. Malerei, Zeichnung und Skulpturen. In die Arbeiten führen ein: Stefan Feucht, Bernd Stiegler und Ludwig Seyfarth. Fotografie: Marcus Schwier

Der Katalog kann im Grupello Verlag vorgemerkt werden:

Mit 44 farbigen Abbildungen
72 Seiten, Broschur, Format: 21 x 21 cm
ISBN 978-3-89978-233-2, Erscheinungsjahr: 2015

Renata Jaworska ist Meisterschülern von Jörg Immendorff und studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf. Ihre Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf und Salem.

Zeichnung von Renata Jaworska

Ausstellung, Malerei, Zeichung

Im Museum Engen sind Zeichnungen und auch Gemälde von Renata Jaworska zu sehen:

Am Donnerstag, 25. September, 19:30 Uhr wird die Ausstellung „Eine Explosion wie von 30 Atombomben“ von der Künstlerin Renata Jaworska im FORUM REGIONAL des Städtischen Museums Engen + Galerie eröffnet.

Die Ausstellung ist bis 9. November zu sehen.
Jaworska, die 1979 in Zwolen (Polen) geboren wurde und heute in Schloss Salem lebt und arbeitet, war Meisterschülerin von Jörg Immendorf an der Kunstakademie in Düsseldorf. Sie hatte Ausstellungen u.a. in Berlin, Warschau, Venedig und London und nahm mehrmals am internationalen Künstlerprojekt „salem2salem“ teil.
In ihren Arbeiten entwickelt die Künstlerin eine expressive Bildsprache, die Gegenständliches in ein Netz komplexer räumlicher Linienspannungen einbindet. Ob Vogelschwärme, in die Tiefe fluchtendes Unterholz oder Burka tragenden Frauen – die in der konkreten Gegenwart wurzelnden, von medialen Vorlagen inspirierten Bildmotive werden einem malerischen und zeichnerischen Prozess unterzogen, in dessen Verlauf Bilder von großer Ausdruckskraft entstehen. Die während der Arbeit aufkommenden Fragen, die sich am aktuellen Zeitgeschehen entzünden, übersetzt die Künstlerin unmittelbar in Linienformationen, in gekrümmte oder gerade, gebündelte oder vereinzelte. In der Linie steckt für Jaworska die Essenz ihrer Gedanken und Emotionen. „Ich habe immer gezeichnet, die Zeichnung ist meine Handschrift“, so die Künstlerin. Die Linie führt zum Ziel oder ins Nichts, häufig verliert sie sich auch im Bild und erobert den Raum nach den ihr eigenen Gesetzen. Inmitten der dramatischen Verwerfungen, die ihre Arbeiten vor dem Hintergrund der aktuellen Krisenherde und kriegerischen Auseinandersetzungen zeigen, wirkt der Ausstellungstitel emblematisch: „Eine Explosion wie von 30 Atombomben“. Jaworska hat ihn wörtlich der Überschrift einer deutschen Tageszeitung entnommen.

Informationen zur Ausstellung:
Renata Jaworska, „Eine Explosion wie von 30 Atombomben“
Dauer: 26. September  – 9. November 2014
im Städtischen Museum Engen + Galerie, FORUM REGIONAL
Vernissage: Donnerstag, 25. September, 19:30 Uhr
Städtisches Museum Engen + Galerie, Klostergasse 19, 78234 Engen
Tel. 07733 502-211